3423212624

Erbarmen: Thriller

Von:
Jussi Adler-Olsen

ISBN:
3423212624

Verlag:
Deutscher Taschenbuch Verlag

Erschienen:
2011-02-01

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Rezensionen (3)

 
Elohym78
Geschrieben von Elohym78 über Erbarmen: Thriller
25.08.2012 17:38

In dem Buch "Erbarmen" geht es um Carl Morck, einen Ermittler der dänischen Polizei, der neuer Chef des Dezernats Q wird. Sein erster Fall beschäftigt sich mit dem Verschwinden von Merete Lynggaard. Sie verschwand Spurlos von einer Fähre, auf der sie sich wegen einer Urlaubsreise nach Berlin mit ihrem geistigbehinderten Bruder Uffe befand. Nach dem alle Möglichkeiten - Mord, Selbstmord, Entführung - im Sande verliefen, wurde der Fall zu den Akten gelegt. Fünf Jahre später werden die Ermittlungen neu aufgerollt. Keiner, insbesondere Carls Vorgesetzter Marcus Jacobsen, glaubt an einen Erfolg. Carl bekam die Stelle nur, da er nach einer Schießerei, bei der er einen Kollegen verloren hatte und einer schwer verletzt wurde, zu nichts anderem zu gebrauchen war. Gemeinsam mit Hafez el-Assad, der eigentlich als Mädchen für alles eingestellt wurde, macht er sich an die Ermittlung. Mit verblüffenden Erfolgen...

Der Autor Jussie Adler Olsen kreiert mit seiner Hauptperson Carl Morck einen sehr sympatischen Ermittler. Carl ist wegen der Schießerei mit sich und der Welt im Uneins. Er gibt sich die Schuld und versinkt in einem Strudel aus Selbstmitleid und Antriebslosigkeit. Seine Ehe ist am Ende, der Ziehsohn tanzt ihm auf der Nase rum und keiner setzt mehr Vertrauen in ihn. Häufig steht er sich selbst im Weg mit seiner ruppigen Art, Menschen auf ihre Fehler hinzuweisen. Assad, sein neuer Helfer, wirkt auf ihn wie der rettende Engel. Auch er wird sehr deutlich beschrieben, wie auch andere handelnde Personen.

Das Buch gliedert sich in zwei Geschichten. Auf der einen Seite wird Carls Ermittlungsarbeit geschildert, das Leben jetzt und auf der anderen Seite die Gefangenschaft von Merete über die vergangenen fünf Jahre. Das Heute liest sich wie ein spannender Krimi. Meretes Leidensweg ist düster und beklemmend. Durch diese Einspielungen liest sich das Buch sehr flüssig und die Spannung wird von Anfang an kontinuierlich aufgebaut.

Mein Fazit: Ein lesenswertes Buch! Durch den Ermittler Carl Morck, der mit seinen Fehlern interessant, lustig und nachdenklich wirkt, haucht der Autor dem Buch Leben ein. Ich freue mich schon auf die weiteren, bestimmt spannenden Fälle des Dezernats Q!

User
Geschrieben von Nazena über Erbarmen: Thriller
22.01.2012 16:25

Carl Moerck ist Polizist und aus seiner Sicht am Tiefpunkt seiner Laufbahn angekommen: Beim letzten Einsatz wurde sein einer Teampartner erschossen, der andere schwer verletzt und gelähmt. Er selbst überlebte knapp, macht sich aber bittere Vorwürfe. Da es keiner mehr mit ihm aushält, schiebt ihn seine Dienststelle in den Keller und "befördert" ihn zum Leiter des neuen Sonderdezernats- mit ihm als einzigen Mitarbeiter. Er schafft es, einen Halbtagsassistenten als Putzkraft zugewiesen zu bekommen. Das Sonderdezernat wurde eingerichtet, um nicht gelöste Fälle von "besonderem Interesse" wieder aufzunehmen. Moerck ist kaum motiviert, doch seine Hilfskraft Assad dafür umso mehr. Dieser stößt ihn auch auf die seit Jahren verschwundene Politikerin Merete, die angeblich über Bord ging und ertrank. Ihr Bruder, Tatverdächtiger und einziger Zeuge, ist geistig behindert. Eher widerwillig nimmt sich Moerck des Falles an. Doch bald schon fesseln ihn die vielen Ungereimtheiten. Eine Leiche wurde niemals gefunden- ertrank Merete wirklich?
Ich habe den Roman mit gemischten Gefühlen begonnen. Das ganze Genre der "nordischen Thriller" hat mich bislang noch nicht wirklich interessiert, hier aber fesselte mich der Klappentext: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist hier jetzt seit 126 Tagen. Dein Geburtstagsgeschenk: Wir lassen das Licht jetzt ein Jahr an.
Da es gleich auf der ersten Seite angeschnitten wird, ist es keine Überraschung, dass Merete noch lebt - sollte man meinen. Tatsächlich findet die Handlung auf 2 Erzählebenen statt: Merete, Jahre in der Vergangenheit, sitzt in einem hermetisch abgeriegelten Raum. In der "Gegenwart" befasst sich Moerck mit dem Fall. Es tun sich bald Abgründe auf- auch im eigenen Präsidium. Die Kollegen haben mehr als schlampig ermittelt, so dass Moerck seine Ermittlungen nicht auf Grund seines besonderen Spürsinns vorantreiben kann, sondern nur, weil seine Kollegen damals gepfuscht haben. Der Ermittler von damals ist heute noch dabei, er und Moerck können sich nicht ausstehen und Moerck zählt ihm genüsslich seine Fehler auf- natürlich nur in Gegenwart des Chefs. Unausstehlicher Charakterzug. Moerck ist mir eh reichlich unsympathisch. Die eigentliche Polizeiarbeit übernimmt die ungelernte Putzkraft Assad, der trotz reichlich dubioser Vergangenheit in einer Polizeidienststelle angestellt wird- einfach, weil er den Portier so lange nervte, bis er den Job hatte. Moerck verbringt seine Tage am liebsten mit Solitaire spielen. Auch wenn er einige psychologische Tiefschläge erlitten hat, ist sein Verhalten trotzdem nervig. Er scheint es auch darauf anzulegen, jeden in seiner Umgebung zu vergrätzen, sogar die, die nett zu ihm sind. So "leiht" eine sehr wertvolle und seltene Playmobilkollektion, um einen geistig Behinderten damit spielen zu lassen, und heuchelt hinterher eine Entschuldigung. Warum kauft er nicht für 15 € im Supermarkt das benötigte Set?
Assad ist ein Ermittlungsgenie, dass sogar noch den hartnäckigsten Fall des Präsidiums löst. Und was das kriminaltechnische Institut mit seinen Spitzenleuten nicht schafft, kriegt Assads Kontakt in extrem kurzer Zeit perfekt hin. Assad ist das genaue Gegenteil von Moerck: überdreht, laut und absolut von sich selbst überzeugt. Mir ging er fürchterlich auf den Wecker.
Einig die Stellen mit Merete im Bunker haben mich im wahrsten Sinne des Wortes gefesselt. Ihre Situation wurde sehr beängstigend und beklemmend dargestellt. Weil ihre Szenen in der Vergangenheit liegen, wird ein großer Zeitrahmen beschrieben und man weiß auch nicht, ob sie es übersteht, und wenn ja, in welcher Verfassung. Das Ende hingegen ist absolut unglaubwürdig: nicht nur ein Wunder, sondern gleich zwei sind im letzten Kapitel nötig. Da wäre mir ein glaubwürdigeres, aber eventuell "traurigeres" Ende lieber gewesen. Aufgrund der Bunkerszenen gebe ich noch gnädige 3 (von 5) Sterne.

Beedy
Geschrieben von beedy über Erbarmen: Thriller
08.11.2011 13:32

Inhalt:

Merete ist eine aufstrebende, gern gemochte Politikerin, die ihr Privatleben von der Öffentlichkeit rigoros abschottet. Zuhause muss sie sich nämlich um ihren erwachsenen Bruder kümmern der nicht spricht und geistig wie ein Kind agiert.

Ein Wochenendausflug nach Berlin soll für beide ein schönes Erlebnis werden, doch auf der Fähre verschwindet Merete plötzlich. Niemand hat etwas gesehen und lange Zeit wird auch ihr Bruder verdächtigt Merete ins Meer gestoßen zu haben. Die Spuren verlaufen aber im Sand und so wird der Fall zu den unaufgelösten Akten gelegt.

Die Jahre vergehen und ein Politiker bemüht sich, dass die alten Fälle wieder aufgerollt werden. So entsteht das Sonderdezernat Q und Carl Moerck übernimmt eher gezwungener Maßen die Leitung. Carl gibt sich desinteressiert und am Polizeijob hat er nur mehr noch wenig Lust. Dies alles geht auf seinen letzten Fall zurück, bei dem ein Kollege starb und ein anderer von nun an querschnittsgelähmt bleiben wird. Seine Motivation ist also dahin. Zur Unterstützung wird ein Mann namens Assad eingestellt, der Mädchen für alles sein soll, damit sich Carl ganz auf die Fälle konzentrieren kann. Assad ist aber der einzige, der sich auch für die Fälle interessiert, im Besonderen für den Fall Merete. Da Carl gegenüber seinem Chef aber Ergebnisse bringen muss, beginnt er in dem Fall zu ermitteln. Was zu diesem Zeitpunkt aber niemand ahnen kann: Merete lebt! Die Frage ist nur, wie lange noch?

Meine Meinung:

Das Buch teilt sich in zwei Handlungstränge, zum einen kann man Carl und Assad beim ermitteln folgen und zum anderen gibt es Abschnitte über Merete, die seit Jahren in einem Bunker leben muss und menschenunwürdig dahinvegetiert. Teils lebt sie ein Jahr lang ohne elektrisches Licht und dann wieder ein Jahr lang in völliger Helligkeit.

Am spannensten waren natürlich die Passagen über Merete und wie sie mit dem Psychodruck umgehen kann. Als Leser hat man absolut keine Ahnung, warum gerade Merete diese Isolation ertragen muss. Folgt man aber den Handlungen von Carl, bekommt man schon einen besseren Einblick in das Leben von Merete und man stellt seine eigenen Vermutungen an. Interessant war natürlich, wie Merete mit dieser Situation umgeht und wie viel der Mensch aushalten kann.

Carl plagt sich auch mit seinen Problemen rum und scheint resigniert zu haben. Er legt eine gewisse Lethargie an den Tag und versucht es nicht allen recht zu machen. Nach dem dienstlichen Vorfall kämpft er sich wieder in das Leben zurück, nur haben sich seine Sichtweisen geändert.

Assad ist motiviert und engagiert sich gerne. Zu anderen Personen hat er einen guten Draht und kann teilweise mit seinem Wissen überzeugen oder auch überraschen.

Insgesamt sind Carl und Assad ein nettes Duo, das sich gut ergänzt. Besonders Assad sticht hervor und tut der Geschichte gut. Auf mich wirkten keine der Personen nervig und ich habe ihnen ihre Rolle abgekauft. Was mich aber etwas stört, ist die Tatsache, dass der Entführer von Merete so ca. am Anfang des letzten Drittels bekannt ist. Ebenso sein Motiv, welches ich aber wieder an den Haaren herbeigezogen finde. Gut, es kann durchaus so sein, dass will ich nicht unterstellen. Aber dennoch bleibt mir beim Lesen ein kleiner Beigeschmack, weil ich mir als Grund für die Entführung und die Psychofolter einfach mehr erwartet habe.

Der Stil ist nicht schlecht und manchmal kann man einen feinsinnigen Humor erkennen, aber dennoch ist mir die Auflösung etwas platt erschienen. Die Szenen von Merete sind gut gewählt und tragen zur Stimmung bzw. zur Spannung bei. Trotzdem konnte mich das Buch nicht so richtig überzeugen. Deshalb gib es auch nicht die volle Punkteanzahl, da ich noch viel Luft nach oben sehe und das Ermittlerduo sich erst richtig zusammenfinden muss. Ich finde das Buch okay ohne mich aber wirklich vom Hocker zu reißen. Spannend teilweise, aber nachhaltig kann sich die Geschichte nicht im Kopf verankern.

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