3462042874

Teufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi

Von:
Tom Hillenbrand

ISBN:
3462042874

Verlag:
Kiepenheuer & Witsch

Erschienen:
2011-04-18

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3 Mitglieder haben Rezension zu diesem Buch geschrieben

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Rezensionen (3)

 
Elohym78
18.11.2012 19:23

Als in dem kleinen Restaurant Deux Eglises der Gastro-Kritiker Ricard plötzlich tot zusammenbricht, fällt der Verdacht sofort auf den Inhaber Xavier Kieffer. Für die Polizei steht eindeutig fest, dass der Kritiker vergiftet wurde, damit er keine schlechte Kritik über das Deux Eglises in dem weltberühmten Restaurantführer Gabin veröffentlichen kann. Doch so einfach ist des Rätselslösung nicht. Kieffer stellt auf eigene Faust Ermittlungen an und gerät in einen Sog aus Hinterhältigkeiten, bösartigen Schlägern und einer groß angelegten Verschwörung der Chemiekonzerne.

Das Cover zeigt den Eingang eines kleine Restaurants. Auf der Anschlagtafel stehen Titel und Autor des Buches. Passend zum Titel Teufelsfrucht ist die dominierende Farbe rot, in unterschiedlichen Schattierungen. Ich hätte mir kein besseres Cover für dieses Buch vorstellen können!

Tom Hillenbrand entführt seine Leser in die bizarre Welt der haut cuisine. Stress, Panik, Anspannung dominieren die Welt der Kochtöpfe. Der ständige Druck, immer der Beste zu sein, wirkt erst leicht paranoid, dann aber doch nachvollziehbar. Eine Spirale, die sich ins Unendliche dreht, da jeder auf seinem Gebiet Einzigartigkeit kreieren will und leider auch muss, um den Ansprüchen der noblen Gäste Herr zu werden. Dies schildert der Autor zwar authentisch, aber auch mit einem Hang zum schwarzen Humor, den dieses Buch auszeichnet und zu einem Lesegenuss der besonderen Art werden lässt. Die Handlung ist durchweg spannend und interessant zu lesen und die Protagonisten schillernde, nervig, sympathisch und liebevoll.

Mit seinem Charakter Xavier Kieffer hat Tom Hillenbrand eine sehr interessanten Protagonisten geschaffen. Der Leser merkt, dass der Autor in diese Figur wirkliches Herzblut gesteckt hat, da sie wirklich einmalig gut ausgearbeitet wurde.

Durch die Einteilung in viele, kleine Kapitel war das Buch zum einen sehr übersichtlich eingeteilt, zum anderen viel es sehr schwer, es überhaupt aus der Hand zu legen, da ich immer dachte: Ach, noch das kleine Kapitel.

Mich persönlich haben eigentlich nur die vielen Sprünge durch diverse Sprachen gestört. Spanisch und Englisch sind kein Problem, aber an den vielen französischen und luxemburgerischen Fachausdrücken habe ich mir fast die Zunge gebrochen. Hinten im Buch stehen zwar Erläuterungen, aber es war doch umständlich, immer wieder dorthin zu blättern.

Mein Fazit: Ein sehr gelungener Krimi, der mehr als lesenswert ist! Liebenswert!

Xirxe
14.06.2012 17:45

Regionalkrimis aus allen Ecken Deutschlands schießen ja wie Pilze aus dem Boden: Bayern, Eifel, Ostfriesland... Doch nun wird dieses Genre noch um eine Spielart erweitert. Angesiedelt in Luxemburg, spielt sich die Handlung von 'Teufelsfrucht' überwiegend im 'Haut-Cuisine-Milieu' ab.
Die Krimihandlung ist solide Hausmannskost: Eine Frucht mit unglaublichen Fähigkeiten wird entdeckt, für die sich auch bald die Industrie interessiert. Doch die Öffentlichkeit soll davon nichts erfahren. Die Hauptfigur Xavier Kieffer, ein Koch aus Luxemburg mit Vorliebe für bodenständiges, regionales Essen, wird wider Willen in diese Angelegenheit mit hineingezogen, als in seinem Restaurant ein Gastrokritiker tot umfällt. Er beginnt zu recherchieren und stellt fest, dass sein ehemaliger Lehrmeister Boudiers mit in diese Sache verwickelt ist. Ein Besuch bei ihm bleibt leider ohne Erfolg, da er verschwunden und sein Sterne-Restaurant abgebrannt ist - Brandstiftung? Xavier ermittelt weiter und begibt sich in Lebensgefahr...
Was das Buch über die Durchschnittsware heraushebt, sind die überaus gelungenen Beschreibungen Luxemburgs (muss ich wirklich mal hinfahren ;-)) und die sehr anschaulichen Schilderungen von Trinken, Essen und dessen Zubereitung. Da läuft einem nicht nur einmal das Wasser im Munde zusammen und man möchte sich am liebsten gleich selbst an den Herd stellen (Vorschlag: Vielleicht ein kleiner Rezepteanhang in einem der nächsten Bücher?). Daneben wird auch ausführlich das 'Treiben' der Lebensmittelindustrie dargestellt, ohne allerdings zu vergessen darauf hinzuweisen, dass bestimmte Produkte bei der großen Zahl an Konsumenten nicht anders zur Verfügung gestellt werden können.
Schöner Krimi mit viel Lokalkolorit und jeder Menge Informatives zum Thema Essen und Trinken. Macht Appetit auf mehr!

Mele
06.06.2012 19:23

Ich hatte von dem Buch, welches ich euch heute vorstellen will schon einiges gehört bzw. gelesen. Als dann "Rotes Gold" der zweite Krimi von Tom Hillenbrand am 19.April erschien und ich dieses Buch gewonnen habe um an einer Leserunde teilzunehmen, wollte ich aber erst den ersten Band lesen um quasi in die Geschichte hineinzuwachsen. Ich muss sagen dieser Krimi hat bei weitem meine Erwartungen übertroffen. An manchen Stellen läuft dir wirklich das Wasser im Mund zusammen, wenn du davon liest, was in manchen Küchen für Leckerbissen regelrecht kredenzt werden und dann wiederum bedenkst du deine eigenen Essgewohnheiten, wenn es darum geht was Glutamat in unserem Körper anstellt.

Die Teufelsfrucht ist eine Neuentdeckung, die dem Menschen, der sie zu sich nimmt, das Gefühl vorgaukelt, ein äußerst geschmackvolles Essen zu essen. Dabei ist sie nicht ganz ungefährlich und soll dennoch auf den Markt kommen um noch mehr Sägemehl oder Käse, der keiner ist zu ersetzen. Uns Menschen legt die Industrie schon sehr rein, wenn wir Dinge zu uns nehmen, die nicht das sind was sie zu sein scheinen. Ich muss sagen, ich werde jetzt mehr darauf achten, was ich kaufe und zu mir nehme. Ich habe das natürlich alles schon einmal gehört, aber es irgendwie nie für mich persönlich angewandt. Jetzt davon zu lesen, was sich in manchen Joghurts oder auch TK-Pizzen befindet, lässt mich fast umschwenken und in Zukunft besser Pizza selbst belegen, denn dann habe ich die Garantie, das sich auch Käse auf meiner Pizza befindet.

Im Prinzip behandelt der Krimi ein Topthema unserer Gesellschaft und es war mir nicht bewusst, wie leichtfertig wir unser Leben aufs Spiel setzen nur damit uns die eine oder andere Tütensuppe oder Fixprodukt das Kochen erleichtert. Vielleicht nicht sofort, aber immer angewandt denke ich schon, das es nicht gut für uns und unseren Körper sein kann.

Egal, das ist nicht das Haupthema des Buches, sondern hier wird die Geschichte eines Kochs erzählt, der ohne es zu wollen in einen Komplott will ich es mal nennen gerät. Ein Gastro - Kritiker bricht tot in seinem Restaurant zusammen und er selbst gerät nun unter Mordverdacht. Eine verzwickte Situation, die man nur lösen kann, wenn man sich selbst auf Spurensuche begibt und sich dabei natürlich selbst in Gefahr bringt. Xavier Kieffer entwickelt sich schlicht und einfach zum Superhero der Restaurantgeschichte und ist dabei wirklich sympathisch. Er kann also nicht nur gut kochen, sondern ist auch noch so schlau und gewitzt, seine Verfolger immer wieder abzuwehren. Besonders attraktiv scheint er nicht zu sein, zumindest lese ich es so heraus, aber das macht nix, denn er fällt dennoch auf, denn er kann kochen und was noch besser ist, er kann seinen Hals das eine oder andere Mal selbst retten.

Es ist wie es ist und auch ein Superhero kann nicht alles voraussehen und wir lernen die Gefahren kennen, die sie Teufelsfrucht in sich birgt, die die Industrie sich zunutze machen will um den Verbraucher noch mehr zu schädigen. Kieffer muss es am eigenen Leib erfahren und es ist schon sehr erschreckend. Dies könnte nicht nur eine fiktive Geschichte sein, sondern eine Tatsache und das ist das was mich eher beängstigt als dieser Krimi, der sich mitunter schon recht schwer lesen lässt, da ich der französischen Sprache nicht mächtig bin und auch viele dieser edlen Speisen noch nie gegessen habe oder davon gehört. Wenn ich allerdings davon lese, wie qualvoll ein Hummer zu Tode kommt, bevor er auf dem Teller eines Gastes liegt, verzichte ich auch weiterhin gern auf den Genuss dieser armen Kreatur.

Mir hat das Buch wirklich sehr gefallen und ich freue mich schon sehr mir "Rotes Gold" als Abendlektüre vorzunehmen. Dieser Krimi ist einfach anders und vielleicht nicht einzigartig, dennoch möchte ich ihn sehr gerne weiterempfehlen.

Die 320 Seiten lassen sich zwar nicht durchweg leicht und flüssig lesen, aber für alle diejenigen, die sich schwer tun mit der Sprache der Haute Cuisine umzugehen werden einen Glossar hinten im Buch finden, der übersetzt, was wir bis dahin nicht verstanden haben und das ist auch sehr gut, sonst würden sicherlich einige (allen voran natürlich ich!) das Buch mit einem großen Fragezeichen im Gesicht zuklappen.

Der Autor es geschafft seine wenigen Seiten so vollzupacken, das wir gesättigt und rundum zufrieden das Buch zuklappen können.

Natürlich regt es auch zum Nachdenken an, das habe ich ja schon erläutert. Lasst euch einfach mitnehmen in Xavier Kieffers Restaurant "Deux Eglises" und in die aufregende Geschichte rund um die "Teufelsfrucht", die nicht umsonst diesen Namen trägt. Mehr will ich jetzt aber wirklich nicht verraten.

Das Buch ist recht unblutig, aber dennoch so spannend, das es schwer fällt das Buch zuzuklappen und zu einem anderen Zeitpunkt wieder in die verrückte Welt der Sterneköche einzutreten, denn die Kapitel sind kurz und knackig. Noch ein, noch eins und schon ist das Buch zu ende und man fragt sich tatsächlich wo die Zeit geblieben ist, da man so von der Story gepackt wurde.

Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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