3937357521

Apfeldiebe

Von:
Michael Tietz

ISBN:
3937357521

Verlag:
Bookspot

Erschienen:
2011-11

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Rezensionen (2)

 
Aleshanee
Geschrieben von Aleshanee über Apfeldiebe Star5
20.09.2013 07:39

Klappentext

Fünf Jungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Ferien. Und eine Entdeckung, die das Leben der Kinder radikal verändern wird. Was als Spiel beginnt, als Abenteuer für einen Tag, führt zum spurlosen Verschwinden der fünf und zu einem Kampf auf Leben und Tod. Völlig von der Außenwelt abgeschnitten, verwandelt sich Hoffnung in Panik, wird Freundschaft zu Wahnsinn.
Und der einzige Mensch, der ahnt, wo die Jungen sein könnten, ist ein alter Mann. Ein alter Mann, der nur noch auf seinen Tod wartet.

Meine Meinung

Schon der Klappentext hat die Ahnung dieser beklemmenden Stimmung eröffnet, die sich das ganze Buch hindurch fortgesetzt hat. Eine beängstigende, ja unbehagliche Atmosphäre, die mich von der ersten Seite an gefesselt hat.

Zu Beginn werden die fünf Jungs vorgestellt, die das Schicksal an diesem verhängnisvollen Tag zusammen gewürfelt hat. Alex ist 14, ein von sich selbst überzeugter Anführer, der es mit seinem Vater nicht leicht hat. Max, sein bester Freund, hat immer Hunger und sieht auch so aus – er hat sadistische Ambitionen. Kasimir ist 10 Jahre alt, der blasse Streber, von allen nur „das Mädchen“ genannt und Rufus, 12, „der Schwarze“, ist immer komplett in schwarz gekleidet und hat nach dem Tod seiner Mutter depressive Verstimmungen. Und Timi nicht zu vergessen, der kleine Bruder von Max ist 8.

Sie alle leben in einem Dorf in den Bergen, es sind Ferien und die Entdeckung eines geheimen Eingangs in einen Raum unterhalb einer Burgruine wird in einer Katastrophe enden.

Der Schreibstil ist einfach und klar gehalten, trotzdem wirkt er authentisch und lebendig, als stehe man direkt mitten im Geschehen. Der Umgang der Kinder miteinander, wie sie miteinander sprechen und auch wie der alte Mann sich gibt, formt ein greifbares Bild der Ereignisse, der wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft. Sehr genial geschrieben!

In einer absoluten Ausnahmesituation, die selbst Erwachsene an ihre Grenzen bringt, sind diese Kinder gefangen und müssen sich rigoros ihren Ängsten stellen. Alles, was geschieht, wirkt glaubwürdig, lässt einen nicht mehr los und zieht einen selbst wie ein Sog in diese dunklen Abgründe, ausgeschlossen von der Außenwelt.

Im Vordergrund stehen natürlich die Charaktere der Kinder, die hervorragend herausgearbeitet sind. Jeder wird beleuchtet und gibt nach und nach mehr von seinem Innenleben preis. Auf eindringliche – nicht aufdringliche – Art werden die Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit mit ihrem Charakter verknüpft und prägen ihr Handeln auf eindrucksvolle Weise. Interessant ist vor allem auch ihre Entwicklung, die sie im Lauf der Ereignisse durchmachen und einen teilweise überraschen und erschüttern.

Ein schreckliches, aber faszinierendes Szenario, dem man mit klopfendem Herzen folgt – eine Charakterstudie der besonderen Art, in der einen das Schicksal der Kinder einfühlsam aber mit steigender Schärfe nicht mehr loslässt.

Nina2401
Geschrieben von Nina2401 über Apfeldiebe Star5
09.02.2012 19:57

Als ich dieses Buch zur Hand nahm, habe ich nicht geahnt, dass es mich so berühren würde. Der Klappentext klingt sehr vielversprechend und spannend. 5 Jungen haben Ferien und wollen ein Abenteuer erleben. Sie erkunden eine Ruine und dann geschieht das Unfassbare, sie werden verschüttet. Niemand weiß, wo sie sind, nur ein alter Mann ahnt es, aber er sagt nichts, handelt es sich bei den Jungs doch um die Apfeldiebe, die ständig seine Obstwiese plündern.

Es ging erstmal ganz gemütlich los, ich konnte in Ruhe alle Protagonisten kennenlernen, die sehr detailliert beschrieben wurden. Auf der einen Seite die Jungs, die unterschiedlicher nicht sein können und auf der anderen Seite der alte Seiler, ein eigenbrötlerischer Einsiedler, der mir aber gerade wegen seiner kauzigen Art sympathisch ist.
Der Schreibstil ist sehr eigenwillig und ich musste mich erstmal daran gewöhnen, an die langen Schachtelsätze und an die kurzen Einwortsätze. Aber das dauerte nicht lange, denn Michael Tietz schreibt sehr mitreißend und spannend. Die fast schon poetischen Landschaftsbeschreibungen – man merkt, dass Michael Tietz hier jeden Stein kennt - stehen im krassen Gegensatz zu den Beschreibungen der Taten und Gedanken der Kinder, das finde ich sehr faszinierend und ist für mich eins der Sahnehäubchen in diesem Buch. Ein weiteres Sahnehäubchen sind die Überschriften zu den einzelnen Kapiteln, die mit sehr viel Feingefühl ausgewählt wurden.
Die Geschichte steigert sich immer mehr, es wurden einige Cliffhänger eingebaut und nur der dem alten Seiler gewidmete Strang brachte – für mich - wieder etwas Ruhe.
Das Buch hat mich sehr aufgewühlt. Normalerweise lese ich über die Abgründe von erwachsenen Menschen, aber was hier in den Kindern schlummert ist teilweise sehr beängstigend. Durch die sehr bildhafte Schreibweise war ich so nah dran … manchmal sogar zu nah. Ich konnte den Staub schmecken, die Ausdünstungen riechen und habe das Hunger- und Durstgefühl mit den Jungs geteilt. Und ihre Ängste, ihre Befürchtungen. Sehr gut gefallen hat mir auch der Stellenwert, den die Religion in diesem Buch bekommen hat.
Die Geschichte ist geprägt von Gegensätzen – auf der einen Seite die Kinder mit ihren Ängsten vor dem Tod und auf der anderen Seite der alte Seiler mit seiner Todessehnsucht.
Kritikpunkte … habe ich keine. Ich finde das Buch perfekt, angefangen von dem sorgsam ausgesuchten Cover, das sehr gut zu dem Buch passt bis hin zu dem Ende, das mich versöhnt hat und mich mit Tränen in den Augen lächeln lässt. Bravo Michael Tietz!

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