3423248947

Das Alphabethaus: Roman

Von:
Jussi Adler-Olsen

ISBN:
3423248947

Verlag:
Deutscher Taschenbuch Verlag

Erschienen:
2012-01-23

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Rezensionen (2)

 
Xirxe
Geschrieben von Xirxe über Das Alphabethaus: Roman Star1
18.05.2012 12:43

Dass Adler-Olsen gute Thriller schreibt, ist hinlänglich bekannt. So wurde auch sein Erstlingswerk, das bereits vor 25 Jahren erschien, mit entsprechenden Vorschusslorbeeren bedacht (offenbar ohne dass es von den entsprechenden Leuten vorher gelesen wurde).
Der Beginn ist vielversprechend: Zwei britische Soldaten stürzen im II. Weltkrieg über Nazideutschland ab und retten sich, getarnt als psychisch kranke Nazigrößen, in einem entsprechenden Militärkrankenhaus. Schweigend entgehen sie ihrer Enttarnung, doch ihr Aufenthalt dort wird zu einem Martyrium... Dreissig Jahre später finden diese entsetzlichen Erlebnisse unweit des ehemaligen Lazaretts ihre Fortsetzung.
Der erste Teil, der die Zeit der Freunde in dem deutschen Militärkrankenhaus beschreibt, lässt bereits erahnen, dass von diesem Autor noch einiges zu erwarten ist. Zwar ist die Sprache noch nicht ganz so flüssig wie in seinen Folgebüchern Erbarmen oder Schändung, doch die Spannung, die aus der jederzeit möglichen Enttarnung resultiert, lässt einen weiter und weiter lesen. Doch dann kommt Gewalt ins Spiel und damit wird manches unplausibel und einfach unlogisch, insobesondere das Ende des 1. Teils (Wie kann ein lange Bettlägriger Kämpfe auf Leben und Tod und andere körperliche Strapazen ohne weiteres bewältigen?).
Der 2. Teil, der rund 30 Jahre später einsetzt, nimmt an Unlogiken zu und ist immer weniger glaubhaft, worunter natürlich die Spannung leidet. Die Zufälle nehmen überhand und Normalbürger werden zu Kampfmaschinen bzw. es hagelt Spontanheilungen.
Drei Punkte gibt es für den guten Auftakt (wenn auch verbesserungswürdig) und für die an sich gute Idee. Als Erstlingswerk ist es verzeihbar und Jussi Adler-Olsen hat sich ja gut weiterentwickelt ;-)

Silkedb
Geschrieben von silkedb über Das Alphabethaus: Roman Star4
31.01.2012 16:49

Zwei britische Piloten werden während des zweiten Weltkrieges über Deutschland abgeschossen. James und Bryan überleben den Absturz, doch wenn sie entdeckt werden, dann droht ihnen der Tod oder Kriegsgefangenschaft. Sie schaffen es, sich in einen Lazarettzug zu schmuggeln und geben sich dort als Patienten aus. Doch erst als sie an ihrem Ziel ankommen bemerken sie, dass es sich um Patienten mit psychischen Störungen handelt. Im "Alphabethaus" bleiben ihnen nur zwei Möglichkeiten, simulieren oder fliehen ...

"Das Alphabethaus" ist das Erstlingswerk des Dänen Jussi Adler-Olsen aus dem Jahre 1997. In Deutschland ist der Autor durch seine Thriller-Reihe rund um den Ermittler Carl Mørk bekannt geworden. Mit dieser hat "Das Alphabethaus" aber so überhaupt nichts zu tun. Seinem Erfolg hat es Jussi Adler-Olsen zu verdanken, dass es nun auch sein erstes Buch zur Veröffentlichung in Deutschland gebracht hat und ich frage mich, worum das nicht schon lange vorher passiert ist. Die Handlung bietet sich geradezu an für eine deutsche Leserschaft, spielt doch ein Großteil der Geschichte zur Zeit des zweiten Weltkriegs in Deutschland.

"Das Alphabethaus" ist die Art von Buch die ein Thriller ursprünglich mal war, bevor sich nur noch Serienmörder in der Genrelandschaft tummelten: ein Spannungsroman.
Spannung hat das Buch auf jeden Fall zu bieten, allerdings wird dies trotzdem nicht jedermanns Geschmack treffen. Auch wenn es sich hier nicht um einen Kriegsroman handelt, so ist der Krieg doch einer der Protagonisten und lässt sich nicht wegdenken. Vielmehr ist dies jedoch noch eine Geschichte von zwischenmenschlichen Beziehungen, oder wie es der Autor im Nachwort ausdrückt von "menschlichem Versagen" und "Schuld".
Deutschland im Krieg und die Nachkriegszeit (ein weiterer Abschnitt des Buchs spielt im Jahre 1972) werden hier jedoch von außen betrachtet, von einem dänischen Erzähler und aus britischer Perspektive. Natürlich kommen da nicht unbedingt alle Deutschen als Gutmenschen davon, doch diese kritische Betrachtung, die dennoch Lichtblicke bietet, ist bei mir gut angekommen.
Sein Wissen über psychiatrische Einrichtungen und die Behandlungen von psychiatrischen Störungen bezieht Jussi Adler-Olsen dabei aus erster Hand. Als Sohn eines Psychiaters ist er selber in unmittelbarem Umfeld solcher Einrichtungen aufgewachsen und konnte beobachten welche oft skurrilen Behandlungsmethoden hier Anwendung fanden.

Insgesamt gesehen hat mich das Schicksal von James und Bryan tief bewegt. Einen kleinen Abzug erhält das Buch von mir nur, weil es mir ab dem Moment in dem klar war was aus James geworden ist, doch ein wenig zu abgedreht wurde. Die klare Sprache der vorherigen 450 Seiten wäre mir hier lieber gewesen.
Empfehlen kann ich "Das Alphabethaus" uneingeschränkt an alle die einen historischen Spannungsroman zu schätzen wissen und mit Schilderungen aus Kriegsjahren keine Probleme haben.

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