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342326120x

Der Angstmann: Kriminalroman

Von:
Frank Goldammer

ISBN:
342326120X

Verlag:
dtv Verlagsgesellschaft

Erschienen:
2016-09-23

Wo kann ich das kaufen:

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3 Mitglieder haben Rezension zu diesem Buch geschrieben

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Rezensionen (3)

 
User
Geschrieben von Nil über Der Angstmann: Kriminalroman
24.11.2016 12:10

"Der Angstmann" von Frank Goldammer ist der erste Fall für Kriminalinspektor Max Heller. Der Krimi spielt im letzten Kriegswinter 1944/45 in Dresden und thematisiert gekonnt den Zustand der Stadt und seine Bewohner mit allen Aspekten der inneren Einstellung. Natürlich ist der rote Faden dieser Geschichte die Suche nach einem Mörder. Diesem bestialische Frauenmörder ist Max Heller auf der Spur, allerdings macht der Krieg und vor allem die verheerende Bombennacht vom 13. Feb 1945 macht es ihm nicht leicht weiter zu forschen.

Man findet sehr leicht in die Geschichte hinein und die Seiten fliegen nur so - ein wahrer Pageturner! Durch viel wörtliche Rede, (meist) kurze Kapitel und spannende Beschreibungen liest es sich wunderbar.
Mir war auch Max als Protagonist sehr sympathische.

Bisher hat Frank Goldammer zwei Regionalkrimis im Gmeiner Verlag veröffentlicht: "Revierkampf" und "Abstauber". Mit "Der Angstmann" hat er nun den renommierten dtv mit einer breiten Reichweite.

Ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Max Heller und bedaure nur, dass er erst im Herbst 2017 erscheinen wird!

Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Krimi mit tiefem Einblick in die Psyche der Deutschen zu Kriegende. Definitiv lesenswert!

Elohym78
Geschrieben von Elohym78 über Der Angstmann: Kriminalroman
31.10.2016 11:08

Dresden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs: Ein brutaler Serienmörder, den alle nur den Angstmann nennen, treibt in der Stadt sein Unwesen. Während die Leitung der Polizei es schnell als Taten von Juden lapidar abtut, ermittelt Kommissar Max Heller mit vollem Einsatz. Er glaubt nicht an einen Juden und gefährdet auch sein Leben mit dieser Einstellung; denn wer anderer Meinung ist, dem winkt schneller die Deportation, als man gucken kann. Als Dresden im Februar 1945 dem Erdboden gleich gemacht wird, stirbt auch der Angstmann.
Angeblich...

Das Coverbild ist düster gehalten. Es zeigt ein Fahrrad, das an einer kaputten Mauer gelehnt da steht, der Schatten eines Mannes ist im Hintergrund zu erkennen. Die ganze Zeit über rätsel ich, ob der Schatten bedrohlich auf mich wirkt, also den Angstmann zeigt, oder eher mich aus dem Schatten heraus beschützt, dementsprechend Max Heller darstellt. Es passt sehr gut zum Buch und war mit ein Grund, warum ich zu dem Buch gegriffen habe.

Für mich gibt es nichts langweiligeres als Kriminalromane. Aber der von Frank Goldammer hat mich nicht nur überrascht, sondern regelrecht umgehauen, begeistert und fasziniert! Es ist nicht so sehr die Handlung, die mich fesselte, sondern die Kulisse, die der Autor gewählt hat.
Dresden in den letzten Tagen des Krieges ist düster und beklemmend. Die ständige Angst vor Bomben, der nagende Hunger, die Hilflosigkeit der Bevölkerung, die Winterkälte und als Krönung noch ein wahnsinniger Serienmörder. Eine Mischung, die mich absolut nicht mehr los ließ und die ich selbst mit in mein reales Leben nahm. Gegen all die aufgeführten Dinge kann man irgendwas unternehmen, aber gegen die Bespitzelungen, die in der Bevölkerung herrschten, die permanente Bedrohung durch die Regierung, dass setzt einem zu. Selbst eine offensichtliche Mordermittlung kann im Zuge des Andersdenkens katastrophale Auswirkungen annehmen.
Jeder von uns kennt die verwischten schwarz-weiß Bilder von der Zerstörung Dresdens. Jeder weiß, wie schrecklich so ein Bombenhagel ist. Theoretisch zumindest, Dank der Massenmedien. Aber als ich Goldammers Schilderungen dieser Nacht las, konnte ich nicht anders, als zu weinen. Er schilderte es so, wie wenn er, oder ein naher Angehöriger dabei gewesen sei. Unfassbar realistisch.
Die Mischung zwischen Tatsachen und Mordermittlung ist Goldammer sehr gut gelungen. Voller Spannung ermittelte ich mit Max Heller, lebte mit ihm in den Zeiten des Krieges, erlebte Grauen und auch schöne Dinge.

Mit Max Heller hat der Autor einen Sympathieträger geschaffen, den ich mir gerne als Vorbild nehme. Ein geradliniger Polizist, der auf der Suche nach Recht und Gerechtigkeit ist, so schwer das zu dieser Zeit auch sein mag. Er kuscht nicht vor der Obrigkeit, weiß allerdings genau wo seine Grenzen liegen. Ein mehr als schwieriges Unterfangen in den Zeiten des Dritten Reichs, doch er schafft den Spagat und überlebt. Heller ist kein Parteimitglied und den Hitlergruß übt er nur unter Zwang aus, muss auf der anderen Seite aber darauf achten, seine Familie nicht zu gefährden.

Mein Fazit
Ein wirklich außergewöhnlich guter Kriminalroman!

Kimvi
Geschrieben von KimVi über Der Angstmann: Kriminalroman Star4
02.09.2016 22:20

Dresden 1944: Zwei Jungen finden eine grausam zugerichtete Frauenleiche in einem Ruderhaus. Kriminalinspektor Max Heller wird mit den Ermittlungen betraut. Die verlaufen allerdings alles andere als reibungslos. Denn fähige Mitarbeiter werden an die Front gerufen und sein linientreuer Vorgesetzter drängt darauf, dass Heller den Fall schnell abschließt und zu dem Ergebnis kommt, dass ein Durchreisender der Täter war. Heller glaubt allerdings nicht daran und folgt, zum großen Ärger seines Chefs, weiteren Spuren. Schon bald wird die nächste Frauenleiche gefunden und das Gerücht, dass der Angstmann umgeht, macht die Runde....

Der Einstieg in den Kriminalroman gelingt mühelos. Denn Frank Goldammer sorgt von Anfang an dafür, dass man sich stets bewusst ist, in welcher Zeit sich die Handlung zuträgt. Die Hintergrundkulisse erwacht zum Leben, da man die Kälte, den Hunger und die Gefahr, wem man in dieser Zeit überhaupt noch trauen kann, zwischen den Zeilen spüren kann. Da Max Heller kein Anhänger Hitlers ist, schwebt er immer in Gefahr, von seinem Vorgesetzten angezeigt und aus dem Verkehr gezogen zu werden. Die Atmosphäre wirkt dadurch bedrohlich und beklemmend.

Der Fall selbst startet eher gemächlich. Im ersten Teil des Buchs tritt die Spannung sogar ein wenig auf der Stelle. Die Geschichte ist zwar durchgehend interessant, doch echte Spannung will sich nicht so richtig einstellen. Das ändert sich im zweiten Teil der Erzählung allerdings komplett, denn dann überschlagen sich die Ereignisse und sorgen dafür, dass man das Buch nur noch ungern aus der Hand legen mag.

Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis sehr gut unterhalten. Im ersten Teil hätte ich mir zwar ein wenig mehr Spannung gewünscht, doch dafür wurde ich dann in der zweiten Hälfte großzügig entschädigt. Die düstere und bedrohliche Stimmung hat außerdem dafür gesorgt, dass das Buch sehr authentisch auf mich wirkte. Ich vergebe deshalb vier von fünf Bewertungssternen und freue mich schon auf den nächsten Fall von Max Heller.

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