3442756847

Die Geschichte der Bienen: Roman

Von:
Maja Lunde

ISBN:
3442756847

Verlag:
btb Verlag

Erschienen:
2017-03-20

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Rezensionen (3)

 
Elohym78
15.04.2017 08:11

2098 China
Tao, eine Mutter mit Angst um ihren kranken Sohn Wei-Wen, den die chinesische Regierung ihr und ihrem Mann Kuan weggenommen hat. Sie sind im Ungewissen, was er hat und vor allem, wo er überhaupt ist.

2007 USA
George, ein Imker dem alle Bienenstöcke aufgrund einer unbekannten Seuche eingehen. Von heute auf morgen sind sie einfach spurlos verschwunden. Keiner weiß warum. Keiner weiß wohin, aber die Seuche bekommt einen Namen.

1895 England
William, ein Mensch der sich die Erforschung der Bienen als Lebensziel gesetzt hat. Seine größten Hoffnungen in seinen Sohn und Stammhalter erfüllen sich nicht. Aber er hat noch Töchter. Doch an den Rückschlägen droht er zu zerbrechen.

Das Cover ist in einem warmen Beige-Ton gehalten. Am Rand liegt eine verstorbene Biene. Auf mich wirkt es auf der einen Seite trostlos und doch komischerweise voller Hoffnung. Denn Bienen sind Schwarmtiere und wenn eine fehlt, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Oder ist dies der Beginn eines Massensterbens? Zusammen mit dem Klapptext hat es mich sehr angesprochen und neugierig auf das Buch gemacht.

Genau kann ich es nicht beschreiben, oder den Finger darauf legen, was Maja Lunde in mir auslöst, aber mit ihren Worten berührt und fesselt sie mich an ihr Werk. Sie schreibt ruhig und trotzdem unheimlich spannend, bewegend und aufregend.
Lunde schildert drei Menschen, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Nicht nur durch Jahrhunderte sind sie getrennt, auch durch Kontinente und Lebensweise. Die einzige Verbindung und zugleich der rote Faden, der sich durch das Buch zieht, ist ihre Liebe zu den Bienen, oder vielmehr das Leben und Leiden, was diese unglaublichen Tiere verursachen.
Am Anfang des Buches war mir Tao mit ihrer Familie am sympathischsten. George fand ich relativ nichtssagend und mit William wurde ich nicht warm. Überraschenderweise änderten sich meine Vorlieben immer wieder und im Nachhinein betrachtet, sind mir alle Protagonisten sehr ans Herz gewachsen, keiner ist mehr unwichtig, denn sie hängen wie eine Eisenkette untrennbar zusammen.
Eine Handlung an sich, gibt es meiner Meinung nach nicht. Das Buch wird durch die Charaktere getragen und das mit einer Liebe und einem Herzblut, das ihres Gleichen sucht. Sucht einer in dem Buch Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, sucht er definitiv vergebens. Merkwüridgerweise wirkt es aber alles andere als schwermütig oder traurig. Ganz im Gegenteil! Lunde schießt ein Feuerwerk an Lebendigkeit, ab Mut in die Zukunft und Wille zum Weitermachen ab. Mich hat es unglaublich berührt, Einblick in das Leben Taos, Williams und Georges nehmen zu dürfen und ja, sie wurden zu Vorbildern für mich. Auch wenn alles in Scherben liegt, gibt es immer einen Grund zum Weitermachen.

Mein Fazit
Ein bewegendes, ein schönes und zugleich nachdenklich stimmendes Buch. Ich liebe jede Seite!

User
14.04.2017 16:33

Normalerweise bin ich nicht der Typ für Romane, aber die Geschichte der Bienen hat mich sofort angesprochen und nachdem ich es bei einer Freundin gefunden hatte musste ich es lesen - und bin restlos begeistert.

Es gibt sozusagen drei verschiedenen "Geschichten", die miteinander verwoben werden und in denen die Bienen eine wichtige Rolle spielen.
Maja Lunde erschafft nicht zuletzt durch ihren fantastischen und wortgewaltigen Schreibstil eine Welt, die sowohl erschreckend wie auch realistisch klingt. Spätestens nach der Lektüre wird einem mal wieder klar, wie wichtig die kleinen Tiere für uns Menschen doch sind.

Alle drei Menschen, die die jeweiligen Handlungsstränge prägen, werden durch verschiedene Probleme belastet und müssen damit umgehen. Teilweise gleicht das Buch mehr einem Familiendrama, aber die Bienen sind praktisch das Leitmotiv.
Alle drei Geschichten sind für sich einzigartig ergeben aber im Großen und Ganzen ein Muster, das vor Augen führt wie sehr unser heutiges Handeln, das was wir jetzt und zu diesem Zeitpunkt tun, doch unsere Zukunft beeinflusst.

Wer außerdem einiges über die schwarz-gelben Tiere lernen will, der wird zufrieden sein. Die Autorin streut immer wieder kurze Informationen über die Bienen, sodass man sowohl informiert, aber nicht überfordert ist. Das hat mir auch sehr gut gefallen.

Insgesamt kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Selbst ich als Genre-Außenstehende konnte mich von diesem Buch restlos begeistern lassen. Die Geschichte der Bienen ist definitiv ein Ausnahmewerk!

Xirxe
Geschrieben von Xirxe über Die Geschichte der Bienen: Roman Star4
11.04.2017 11:01

Eine ungewöhnliche Romankonstruktion hat Maja Lunde für 'Die Geschichte der Bienen' gewählt: Drei Erzählstränge gibt es, die in völlig unterschiedlichen Zeiten spielen. Im Jahr 1852 ereilt William, verhinderter Wissenschaftler und Familienvater von unzähligen Töchtern ;-) und einem Sohn, nach einer persönlichen Kränkung eine mysteriöse Krankheit, die ihn jeglicher Energie beraubt (heutzutage würde man vermutich Depression dazu sagen). Nach einer spontanen Erholung kehrt er in den Alltag zurück und widmet sich neben dem Gelderwerb als Samenhändler auch wieder der Wissenschaft: Bienen werden sein Forschungsobjekt. Etwas mehr als 150 Jahre später begleiten wir George in Ohio, der von der Imkerei lebt und sich nichts sehnlicher wünscht, als seinem Sohn Tom einen gutgehenden Hof zu hinterlassen - doch das gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen wesentlich schwieriger als gedacht. Im Jahre 2098 in China ist Tao die Protagonistin, die ihren Unterhalt damit verdient, Bäume von Hand zu bestäuben, da es keine Bienen mehr gibt. Ein hartes, ein schweres Leben, das nur durch ihre kleine Familie erträglich ist: ihren Mann Kuan und ihren kleinen Sohn Wei-Wen. Doch dann geschieht ein Unglück.
Abwechselnd werden die Geschichten dieser drei Hauptfiguren erzählt, und ich war wirklich gespannt darauf, wie sich diese zusammenfügen. Doch es dauerte und dauerte und dauerte. Nicht dass ich mich gelangweilt hätte, aber ich hatte zusehends den Eindruck, hier drei unabhängig voneinander verlaufende Erzählungen zu lesen, deren einzige, nicht allzu starke Verbindung die Bienen waren. Erst kurz vor dem Ende wurden die Zusammenhänge dann deutlich, doch nach meinem Empfinden fügte es sich nicht selbstverständlich zusammen, sondern es kam mir vor, als hätte auf den letzten Seiten etwas nachgeholt werden müssen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Das Buch ist gut geschrieben, doch die Unterteilung in drei Teile hätte auch als Ganzes erfolgen können und nicht aufgeteilt in Häppchen - jeweils eine Erzählung William, George und Tao wäre nicht nur genauso gut, sondern vielleicht sogar besser gewesen.
Den Titel (im Original 'Bienes Historie') empfand ich als eher irreführend, denn auch wenn die Bienen eine nicht unbedeutende Rolle spielen, liegt doch das Hauptaugenmerk meiner Meinung nach bei den Protagonisten und deren jeweiligen Söhnen, auf denen Erwartungen ruhen, denen sie nicht gerecht zu werden scheinen. In diesem Sinne steht der Titel dann doch für etwas, was ein Hauptthema des Buches ist: falsche Erwartungen ;-)
Fazit: Statt einer Geschichte der Bienen sind es drei Familiengeschichten, die von den Erwartungen an den Nachwuchs und den damit verbundenen Enttäuschungen handeln - verknüpft durch die Existenz bzw. Nichtexistenz der Bienen, an denen mehr oder weniger nebenbei auch noch große Themen wie die Klimaveränderung und die Industrialisierung der Landwirtschaft abgehandelt werden. Ein bisschen viel für nur ein Buch ;-)

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