Christianlazar
Geschrieben von ChristianLazar über No Country for Old Men Star5
09.09.2008 01:09

Das Regie-Duo die Coen-Brüder, die vielen durch „Fargo“ bekannt sein müssten, verstehen es kuriose Geschichten zu erzählen, sowie etwa in „Ladykillers“, oder auch „O brother, where art thou?“. Zu ihren Handlungen gehört meistens auch eine Prise dunkler Humor, der in „No Country for Old Men“ (meines Erachtens nach) aber etwas kurz kommt. Das ergibt aber keinesfalls einen schlechten Film, ganz im Gegenteil.

Unsere Welt befindet sich in einem Generationswandel. Diese gab es schon immer, keine Frage, aber momentan spielen viele Faktoren mit, unter anderem technologische Fortschritte, die manchmal älteren Leuten nicht mehr zugänglich sind. Aber nicht nur das, wir machen auch eine große moralische Wandlung durch. In den USA gibt es Überfälle auf Senioren, in Afrika brodeln Konflikte mit Kindersoldaten, es scheint, als wäre die Welt nichts weiter als Chaos. Allen kann das zusetzen, aber die älteren trifft es meistens am härtesten.

Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) ist seit Jahren im Namen des Gesetzes tätig. Sein Leben ist ruhig, im Texas der achtziger gibt es wenig für ihn zu tun, ihm fehlt auch nicht mehr lange bis zur Pensionierung. Anton Chigurh (Javier Bardem), ein gesuchter Mörder, wird gefasst. Währenddessen ist Llewelyn Moss (Josh Brolin) konzentriert auf Jagd und umso mehr ist er überrascht, als er aus der Ferne eine Ansammlung von Autos inmitten der Wüste findet. Als er sich nähert und die Umgebung absucht merkt er, dass es sich dabei um einen fehlgeschlagenen Drogendeal gehandelt hat. Nach etwas längerem Suchen findet er auch eine große Beute, größer als jedes Tier was er möglicherweise geschossen hätte- ein Koffer voll mit Geld. Da weit und breit niemand ist überlegt er nicht lange und krallt sich das Geld. Chigurh wird, nachdem er aus dem Gefängnis entkommt, von Drogenbossen unter Vertrag genommen, um das Geld wieder zu beschaffen und jeden auszuschalten, der mit dem Verschwinden des Koffers zu tun hatte. Moss bekommt es zu spüren, dass jemand hinter ihm her ist, und somit beginnt er zu flüchten. Das Geld ist für ihn die Möglichkeit, sein Leben zu bessern. Allerdings ist Chigurh nicht irgendein Killer, sondern sehr intelligent und kaltblütig. Sheriff Ed Tom Bell verfolgt das ganze Chaos dass Chigurh hinterlässt aber kann nichts tun, um es zu verhindern. Er kann nicht. Er versteht Chigurh einfach nicht. Das Katz-und-Maus-Spiel erreicht in unvergesslichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Hauptfiguren ihren Höhepunkt und bietet uns auch eine sehr interessante Wendung...

Ganz oberflächlich betrachtet handelt es sich bei „No Country for Old Men“ um einen Actionfilm, der eine sehr tolle Verfolgungsjagd bietet. Bei genauerem Hinsehen ist „No Country for Old Men“ aber ein Essay an den momentanen Status der US-amerikanischen Gesellschaft, der durch die allesamt sehr guten Leistungen der Schauspieler erst richtig greifbar wird. Neue Werte vs. alte Werte, und am Ende gibt es kein Land weder für Alte noch für Junge, sondern für den, der keine Werte oder Moral hat.

Ist das die neue Moral? Gibt es überhaupt noch Moral?

In Sachen Qualität ist das neue Werk der Coen-Brüder gleichauf mit dem anderen Mammut des vergangenen Jahres: „There Will Be Blood“. Gute Story und ein gut überlegtes Motiv kennzeichnen diesen Film, der wirklich äußerst wertvoll ist.

 
 

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