Christianlazar
Geschrieben von ChristianLazar über The Tree of Life Star5
03.10.2011 19:59

Malick setzt mit "The Tree Of LIfe" nun zu seinem fünften Film an und will in diesem dem Zuschauer seine Vision über den Sinn des Lebens veranschaulichen. Terrence Malick ist ein Philosoph, der seinen Weg zum Film recht spät fand. In seiner etwas über vier Jahrzehnte überspannende Karriere hat er bisher bei nur fünf Titeln Regie geführt. Allerdings nach dem Motto: "Wenn schon, denn schon". Seine Werke werden im allgemeinen gut von den Kritikern empfangen, lösen meistens bei den Zuschauer aber gemischte Meinungen aus. Seine Filme wie "Badlands" und "The Thin Red Line" kann man fast schon als Klassiker der Filmkenner bezeichnen- sie zeichnet eine hohe handwerkliche und atmosphärische Qualität aus. Seine Filme sind reich an Voiceover-Überlegungen und vor allem bildgewaltig. Seine Zusammenarbeit mit Emmanuel Lubezki in diesem und seinem vorigen Film (The New World) bringt eine Vielfalt an Bildern aus der Natur, anregende Kompositionen und auch die nötige Experimentierfreude mit sich. Malick setzt sich mit oft mit Naturthemen auseinander, wobei auch immer die menschliche Seite einbezogen wird. Grundfragen wie "Ist der Mensch von Natur aus böse?" oder "Ist illegal gleich böse?" gehören dazu.
Malick verbindet in seinen Filmen auch zwei seiner Leidenschaften: Musik und Philosophie. Bei der Vielseitigkeit seiner Filme, vor allem was die Atmosphäre angeht, macht sich das deutlich bemerkbar. Seine starke musikalische Untermalung ist letztendlich- wie alles- Geschmackssache. Ein Vergleich dazu wäre eventuell "2001 - A Space Odyssey".
Nach einer Sekunde weiß man bereits, dass man einen Malick-Film guckt. Es werden zwei mögliche Wege durchs Leben genannt, der Weg der Natur oder der Weg der Gnade. Ab da beginnt die Bilderflut und diese reißt bis zum Schluss nicht ab. Anhand des Todes einer ihrer Söhne wird Mrs. O'Brien depressiv und die Familienmitglieder kommen ins Grübeln. Die Figuren beginnen dann mit einer Rekapitulation ihrer Tage an der Seite des Verstorbenen.
In diesem Moment verliert sich die Handlung und es wird die Entstehung des Universums, allen Lebens präsentiert. Bildgewaltig fliegen astronomische Körper durch die Leinwand, die göttliche musikalische Untermalung verstärkt die majestätische Wirkung dieser Bilder. Nach dem das Leben an sich erklärt wird, kehrt die Handlung wieder zu den O'Briens zurück.
Nun ensteht ein anderes Leben: es werden nach und nach die drei Söhne geboren. Man sieht wie sie lernen zu gehen, wie sie miteiander auskommen. Man sieht auch das Mutter-Sohn und das Vater-Sohn-Verhältnis gut dargestellt. Der Film spielt in den 50er-Jahren und somit ist der Vater das Alphatierchen, der harte, disziplinierte Mann. Die Mutter dagegen ist engelsgleich und sanft, gnädig eben.
Jack, der ältere der Jungs kann seine Eltern nie richtig einordnen. "Ewig ringt ihr in mir", äußert er. Um diese Problematik darzustellen bedient sich Malick nicht mit einer wahren Handlung, sondern wie gesagt einem gewaltigen Bilderstrom. Die einzelnen Szenen sind nicht als Voraussetzung für die nächsten Szenen zu verstehen, sondern eher als Eindrücke und Erinnerungen, sowie wenn man sich jetzt hinsetzt und über seine Kindheit nachdenkt. Lose Stimmungen werden geschildert, Blicke, Laute, bestimmte Momente. In diesem Film hat Malick eindeutig die erzählerischen Strukturen hinter sich gelasen: die Atmosphäre steht im Vordergrund.
Manche Details sind auch erwähnenswert: viele Dinge habe ich in meiner Kindheit auch so erlebt (Als Erklärung noch dazu, ich bin in Costa Rica aufgewachsen). Das fängt bei so Kleinigkeiten wie den Gläsern an. Kinder tranken bei mir immer aus Aluminiumgläser. Auch dieses respektvolle Nachbarschaftsgefühl habe ich auch erlebt und somit wurden Eltern von Freunden NIE geduzt. Die Eltern heißen übrigens Mr. und Mrs. O'Brien- sehr konsequent. Es sind einfach Kleinigkeiten, die den Film groß machen.
Letztendlich ergibt sich aus dem Ganzen dass..., ja, was eigentlich? Anschauen und selber herausfinden! Diesen Film kann man sowieso nicht bewerten, denn er schwebt, draußen, im Universum und bis ans Ende von Raum und Zeit.

 
 

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über

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The Tree of Life

Regisseur:
Terrence Malick

Darsteller:
Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain

Studio:
Cottonwood Pictures

Erschienen:
2011