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Rezensionen (6)

 
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Geschrieben von cous_cous über Erbarmen: Thriller Star5
17.10.2009 16:00

Dieser Thriller ist etwas Besonderes.
Auch wenn bereits nach dem ersten Drittel relativ klar ist, wer der Täter ist...
Auch wenn man bezweifeln kann, dass ein Mensch fünf Jahre Isolation überstehen kann, ohne wahnsinnig zu werden...
Auch wenn das Motiv ein bisschen dünn erscheint...

Ist das hier ein Thriller, den man nur schwer wieder aus der Hand legt. Denn er lebt nicht so sehr durch das Rätsel an sich oder durch blutige Grausamkeiten (die sich sowieso in Grenzen halten) - sondern vielmehr durch die Charaktere: die wundervoll störrische aber auch verletzliche Merete, den ausgebrannten und doch immer noch genialen Ermittler Morck und nicht zuletzt den so herrlich untypischen Putzmann Assad.
Außerdem schafft der Autor es gekonnt, die Spannung stets hochzuhalten. Und noch dazu kann er einfach gut schreiben :)

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Geschrieben von cous_cous über The Swell Season Star5
04.11.2007 17:48

Glen Hansard und Marketa Irglova bieten auf diesem Album einen kleinen Schatz aus super arrangierten Popsongs.
Die Platte ist einfach ein gelungenes Ganzes aus den faszinierenden Stimmen von Hansard und Irglova, den Melodien und den wundervollen Texten, die immer ausdrucksstark, aber nie kitschig sind. Das alles begleitet von Gitarre, Klavier und Streichern - und man hat eine Mischung, die dafür sorgt, dass man selbst nach dem zehnten Hören noch nicht genug davon hat, sich von den kleinen Meisterwerken bezaubern zu lassen

B000024wtv
Geschrieben von cous_cous über International Velvet Star5
04.11.2007 17:32

Catatonia gehört (meiner Meinung nach) zu dem Besten, was die Neunziger zu bieten haben – und International Velvet ist ihr bestes Album.
Immer überraschend, gute Texte und Cerys Matthews’ Stimme, die von zart (My Selfish Gene) bis rotzig rau (I Am The Mob) alles bietet. Es ist schwer, ein Lieblingslied zu nennen, weil sie so unterschiedlich sind. Ein eher ruhiger, an Lagerfeuerromantik errinnernder Song wie „Don’t Need The Sunshine“ neben dem verhältnismäßig rockigen „I Am The Mob“, dem eigenwilligen „Why I Can’t Stand One Night Stands“ oder dem eingängigen „Johnny Come Lately“.
Aber vielleicht ist das letzte Lied des Albums, „Strange Glue“ am repräsentativsten für die ganze Platte; toller (wenn auch recht kryptischer) Text, Cerys’ Stimme, die von zart zu rockig alles bietet und gute Musik.
Ein Album, das man auch nach Jahren noch gerne hört.

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Geschrieben von cous_cous über Illuminati Star0
11.09.2006 14:31

Kurz gesagt: „Illuminati“ ist eines der schlechtesten Bücher, das ich je gelesen habe; gottseidank habe ich dafür kein Geld ausgegeben.

Ich hatte keine hochgeistige Literatur erwartet – aber doch zumindest einen gut geschriebenen Thriller. Spannung eben. Leider beides Fehlanzeige. Dieses Buch habe ich nur fertig gelesen, weil ich wissen wollte, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege – wobei nicht viel dazugehört; die Geschichte ist so vorhersehbar, dass man schon nach kurzer Zeit größtenteils weiß, wie es denn ausgehen wird.

Ein schweizer Wissenschaftler wird ermordet und Antimaterie gestohlen, die dann im Vatikan als „Zeitbombe“versteckt die Spannung heben soll. Außerdem wurden vier Kardinäle entführt, die der Reihe nach ermordet und anschließend zur Schau gestellt werden. Und weil das alles noch nicht reicht, kommen auch noch zwei obskure Geheimbünde zum Zug, die eine abslout absurde „Allianz“ eingehen (dass sich Dan Brown für historische Details nur am Rande interessiert, dürfte langsam jedem klar sein...).
Außerdem: banale Rätselchen (man fragt sich, warum bist jetzt noch keiner hinter das Versteck der Illuminaten gekommen ist, wenn alles so einfach ist), eine Art Sightseeing-Tour durch Rom mit einem sehr fragwürdigen Schnellkurs in Kunstgeschichte, haarsträubende Zufälle, ein furchtbarer Stil und eine ebenso schlimme Sprache (die sich kaum auf die Übersetzung schieben lassen dürfte) und nicht zuletzt eine absolut erbärmliche Charakterzeichnung (so platte Charaktere findet man sonst eher in Seifenopern...) runden das ganze ab. (Nicht zu vergessen, die erstaunliche Erklärung, warum denn die Ambigramme alle englisch sind... )
Ach, und natürlich darf dabei der böse Araber (die „Bestie“) nicht fehlen, der anscheinend kaum mehr als ein gefährliches Tier ist. Zumindest aber kein glauwürdiger Bösewicht.

Spannende Unterhaltung ist das nicht, sondern nur ärgerlich.

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25.09.2006 13:43

Ein wirklich lesenswerter und streckenweise äußerst amüsanter Krimi.
Eine ehemalige Opernsängerin entdeckt in ihrem Garten einen Baum, der da nicht hingehört. Sie beauftragt ihre neuen Nachbarn, drei ziemlich erfolglose Historiker und einen ehemaligen Polizisten, unter dem Baum zu graben. Sie finden nichts... wenig später ist sie verschwunden und wird schließlich tot aufgefunden.
Diese clever erzählte Geschichte lebt von ihrem feinen Humor, den liebenswert-verschrobenen Charakteren (wirklich recht ungewöhnliche Ermittler), dem spannenden Plot und dem wundervollen Stil.
Und am Ende hat sie noch eine ziemlich fiese Überraschung parat.

Man hat bei diesem Buch am Ende nicht nur die Befriedigung, die am Ende jedes Krimis steht (der Täter ist gefasst und alle Fragen geklärt), sondern auch das Gefühl, etwas ganz besonderes gelesen zu haben.

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06.09.2006 14:17

Patricia Cornwell hat ihren Täter gefunden, und den präsentiert sie in diesem Buch. Leider ist sie dabei nicht sehr überzeugend.
Walter Sickert mag vielleicht ein unangenehmer Zeitgenosse mit ungewöhnlichem Lebensstil gewesen sein - das allein macht ihn aber nicht zum Massenmörder.
Patricia Cornwell stellt Behauptungen auf, die sich nicht beweisen lassen, biegt Tatsachen zurecht baut darauf ihre Theorie auf.
Die "Beweise", die sie anbringt sind lächerlich und man fragt sich, ob sie nicht vielleicht ein bisschen zu besessen bei ihren "Ermittlungen" war.

Die Liste der Albernheiten ist lang, zu lang um hier alles aufzuzählen.
Zuerst wertet sie Gemälde (und deren Titel, die Sickert aber nachweislich öfter änderte) als Beweise für Sickerts Tatortkenntnisse und behauptet, nur der Täter könnte dieses Wissen haben (was falsch ist). (Einmal ganz davon abgesehen, dass es sehr bedenklich ist, Kunstwerke zu biographistisch zu deuten.)
Dann behauptet sie, Sickert sei aufgrund mehrerer Operationen in seiner Kindheit impotent gewesen und hätte deshalb Frauen gehasst.
Noch dazu behauptet sie (fast) alle Ripper-Briefe seien und erklärt die unterschiedlichen Schriften mit Sickerts künsterlischer Begabung (!).
Beweise kann sie dafür allerdings nicht bringen.

Alles in allem wimmelt es von Vermutungen, Annahmen, vielleichts und Unterstellungen. Nichts (oder zumindest sehr wenig) dürfte der genaueren Untersuchung standhalten, und es ist schon sehr mutig von Patricia Cornwell, den Fall als „abgeschlossen“ zu bezeichnen.

Mit diesem Buch ist der Fall nicht abgeschlossen (wie der Titel behauptet); die Fragen, die offen bleiben und die Löcher in ihrer Argumentation haben allerdings etwas Gutes: sie wecken Interesse daran, sich selbst ein Bild zu machen. Das ist aber auch alles.